Veltlínské zelené (Grüner Veltliner)



(11% der Rebfläche)
Eintrag ins Staatliche Sortenbuch 1941


Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt diese Sorte aus Österreich, worauf die einst verwendete Bezeichnung „Mouhartsrebe“ nach dem Höhenzug Manhartsberg hindeutet. Die österreichische Bezeichnung Grüner Veltliner begann man erst ab dem 18. Jahrhundert zu verwenden. Vorher sprach man vor allem von Grünem Muskateller oder Weißgipfler. Ein Elternteil ist vermutlich der Traminer. Diese Sorte wird auch in Ungarn – Zöldveltelini – und auf dem Balkan – Veltlinac zeleni – angebaut.

Mittlerer bis üppiger Wuchs, gute Holzreife, mittel dichter Blattbewuchs, mittelgroßes, fünflappiges, tief geteiltes Blatt. Die Traube ist groß, geschultert, dicht. Die Beere mittel, rund, grüngelb. Die Schale mittelstark, das Fruchtfleisch saftig, der Geschmack würzig, manchmal sogar fein muskiert. Gute Frostresistenz, gegen Pilzkrankheiten mittel bis niedrig. Spätes Reifen der Trauben, daher beansprucht sie ausgezeichnete Lagen. Geeignet sind tiefere Lehm- oder Lössböden.

Der Wein ist grüngelb, in der Jugend duftet er frisch, pfeffrig und manchmal leicht nach Zigarren. Aus Weinbergen auf Lehmböden erinnert sein Duft an Lindenblüten, auf Böden aus dem Paläozoikum an Bittermandel, auf Löss haben Weine einen würzigen Duft. Im Laufe der Flaschenreife bilden sich zunächst verstärkte würzig-pfeffrige Töne, die später einem Mandelgeschmack weichen, der bei höheren Prädikatsweinen durch samtige Fülle gemildert wird.

Grüner Veltliner bildet in Österreich 37% der gesamten Rebfläche. Man trifft dort meist auf normale Qualitätsweine, die zu Alltagskost oder - wenn „ausg’steckt“ ist - in geselliger Runde als „Heuriger“ getrunken werden.

Grüner Veltliner wird in Verschnitten für Markenweine verwendet sowie als Rohstoff zur Herstellung von Schaumweinen.

Grundeigenschaften des Qualitätsweines

Grüngelbe Farbe. Je nach Zusammensetzung des Bodens im Weinberg ein Wein, der eine breite Skala an aromatischen Stoffen liefert. In tiefen Lehmböden dominiert ein Lindenblütenduft, in Schotterböden aus dem Paläozoikum haben Duft und Geschmack ein Bittermandelaroma, in Lössböden bilden sich würzige, später pfeffrige Aromen. Im Laufe der Flaschenreife bilden sich Bittermandeltöne. Die Weine sind mittel vollmundig und geschmeidig.

Übersetzung © Nikol Richter 2004




V. Kraus a kol.