Neuburské (Neuburger)



(2,3% der Rebfläche)
Eintrag ins Staatliche Sortenbuch 1941


Die Sorte Neuburger stammt aus Österreich. Über ihre Entstehung wird erzählt, dass Rebholz dieser Sorte in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts bei Oberarnsdorf in der Wachau ans Ufer der Donau gespült wurde. Das Rebholz fanden die Weinbauer C. Ferstl und F. Marchendl, pflanzten es in der Gemeinde Arnsdorf in ihren Weinbergen aus und 1872 stellten sie aus der ersten Lese einen überraschend guten Wein her. Laut derzeitigen Erkenntnissen aus Genanalysen handelt es sich um eine spontane Kreuzung der Sorten Roter Veltliner und Grüner Silvaner.

Eine starkwüchsige Sorte mit wenig geteilten Blättern. Sie hat kleine bis mittlere Trauben, kompakt. Die Beeren sind rund, gelbgrün und haben dunkle Tupfen auf der dicken Schale. Die dickfleischigen Beeren haben einen sehr angenehmen Geschmack, daher laden die Trauben zum direkten Verzehr ein. Geringe Resistenz gegen Frost und Pilzkrankheiten. Mittel spätes Reifen der Trauben.

Die Sorte Neuburger war in Mähren verbreiteter, sie hat merklich die einst am meisten verbreitete Sorte Grüner Silvaner verdrängt. Der Hauptgrund für ihre Verbreitung ist die Eignung für trockenere, extreme Hanglagen. Sie ist anfälliger für Verrieselung, dies kann aber durch Veredelung auf schwächer wachsenden Unterlagsreben und Senken der Stickstoffdüngergaben verhindert werden.

Die Weine dieser Sorte besitzen eine gelbe, bei höheren Prädikatsweinen eine goldgelbe Farbe. Junger Neuburger hat ein feines Nussaroma, die Qualität junger Weine ist meist durchschnittlich. Eine höhere und interessantere Qualität erreicht man durch Flaschenlagerung. Der Wein wird durch die Lagerung voller, hat mehr Bukettstoffe roter Früchte, die Viskosität des Weines und das samtige Gefühl am Gaumen nehmen zu. Der Abgang des Weines ist harmonisch, neutral und lang. Aus einem durchschnittlichen jungen Wein entsteht ein ansprechender, flaschengereifter Wein neutralen Typs, der ausgezeichnet zu Speisen mit sämigen Soßen, gebratenem Geflügel oder Geflügelpasteten passt.

Grundeigenschaften des Qualitätsweines

Helle goldgelbe Farbe, junger Wein duftet nach Nüssen, reifender Wein mit der Zeit nach roten Früchten. Die Viskosität des Weins nimmt zu, später duftet er auch nach Rahm. Ein mittel- bis vollmundiger Wein weichen Charakters.

Übersetzung © Nikol Richter 2004




V. Kraus a kol.