Sylvánské zelené (Silvaner)



Synonymum: Sylvánské, Grüner Silvaner
(0,6% der Rebfläche)
Eintrag in das Staatliche Sortenbuch 1941


Früher war Grüner Silvaner die meist verbreitete Sorte in Mähren (tsch. Morava), daher wurde sie im Volksmund auch „Morávka“ genannt. Sie wurde bei den Auspflanzungen vom Neuburger verdrängt, den das selbe Schicksal ereilen sollte, als die Sorte Müller Thurgau auftauchte. In Österreich, woher sie stammt, wird die Sorte auch Grüner Silvaner oder Grüner Zierfandl genannt. Genetische Analysen zeigen, dass sie aus einer natürlichen Kreuzung zwischen den Sorten Österreichisch Weiß x Traminer hervorgegangen ist. Auf den österreichischen Ursprung weist schließlich auch der ältere deutsche Name „Österreicher“ hin. Heute wird diese Sorte in Deutschland unter der Bezeichnung Silvaner auf 6700 ha der Weinberge angebaut und nimmt nach Rheinriesling, Müller Thurgau und Spätburgunder den vierten Platz unter den meist verbreiteten Rebsorten ein. Die Sorte Silvaner baut man vor allem in Rheinhessen, der Pfalz und Franken an.

Es handelt sich um eine Sorte schwächeren Wuchses, die sehr fruchtbar ist und einen dichteren Blattbewuchs hat. Das Holz reift langsam, daher ist die Frostresistenz geringer und die Resistenz gegen Pilzkrankheiten nicht sehr hoch. Für Grauschimmel hingegen ist Silvaner weniger anfällig. Die Trauben sind mittelgroß, kompakt mit mittelgroßen, grünen Beeren. Das Fruchtfleisch ist schleimig und hat einen sehr angenehmen Geschmack, weshalb Silvaner früher als anspruchslose Tafeltraube gedient hat. Mittel spätes Reifen der Trauben.

Sie beansprucht gute Lagen und nährstoffreiche Böden.

Der Wein ist neutral und besitzt bei kleineren Ernten einen mäßig würzigen Geschmack ohne besondere Aromastoffe. Sind die Trauben reifer, gibt die Sorte Silvaner Prädikatsweine, die beim Reifen in der Flasche an Öligkeit, Glätte und geschmeidiger Harmonie gewinnen. Bei größeren Ernten sind die jungen Weine hart und rau. Bei angemessenen Erträgen werden die Säuren schneller abgebaut und der Wein kann bisweilen fad schmecken. Silvaner wurde früher in großen Mengen für Verschnitte mit härteren Weinen (in der Mährischen Slowakei mit dem Welschriesling) verwendet. Meistens diente er als normaler, trockener Schankwein zu einfachen Mahlzeiten.

Übersetzung © Nikol Richter 2004




V. Kraus a kol.