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Die Eigenart des Weinbaugebietes Mähren beruht auf der einmaligen Buntheit der Weine, die der Mannigfaltigkeit der weintragenden Landschaft zu verdanken ist, die sich zwischen Znojmo und Uherské Hradiště erstreckt, dem unterschiedlichen Klima der einzelnen Weinbauuntergebiete sowie ihrem Terroir – einem einzigartigen Genius loci, der den einmaligen Charakter der Weinberge in Verknüpfung mit der Tradition der Sortenzucht und der Herstellung der Weine, die aus einem dieser Weinberge stammen, zum Ausdruck bringt. Diese ungewohnte Buntheit spiegelt sich in den Variationen an Geschmäckern und Düften mährischer Weine wider, die sich von anderen Weinen durch ihr reiches Spektrum an Extrakten und der harmonischen Verbindung eines vollen Geschmacks mit frischen Säuren unterscheiden, die für mährische Weißweine typisch ist. Rotweine sind wegen der modernen technologischen Verarbeitung voll und markant, ihr Geschmack und Duft gehen mit fruchtigen, samtweichen Tönen einher. Ein gemeinsames Merkmal von Weiß- und Rotweinen ist das ungewöhnlich breite Sortenspektrum.

Die Geschichte des Weinbaus in Mähren

Als goldenes Zeitalter des Weinbaus in Mähren gilt die Zeit vom 14. bis 16. Jahrhundert, als zahlreiche Städte und Kloster von Weinbergen umgeben waren.

Die Pflege der Weinberge und die Zehntabgaben waren zwar vor allem eine Domäne der Kloster, aber da ein guter Weinberg in einer attraktiven Lage bisweilen einen größeren Wert hatte als ein stattliches Haus, investierten reiche Bewohner der Stadt ihr Bargeld oft in besagte Weinberge. Damals entstanden die heutigen größten Weinbauzentren in Znojmo, Dolní Kounice, Mikulov, Hustopeče, Strážnice und Blatnice pod svatým Antonínkem. Den Ruin für den sich vielversprechend entwickelnden Weinbau in Mähren brachte der Dreißigjährige Krieg, bei dem etwa die Hälfte der Weinberge zugrunde ging. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist Kleinwinzern vom Land die Erneuerung der öden und vernachlässigten Weinberge zu verdanken, die Rebfläche der Weinberge sollte jedoch nie ihre ursprüngliche Größe erreichen. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Teil der Weinberge von Frost- und Pilzkrankheiten vernichtet, den letzten Schlag versetzte den mährischen Weinbergen die Reblaus. Dieser Schädling, der die Wurzeln des Weinstocks befällt, gelangte 1890 in die böhmischen Länder, erschütterte Weinberge in ganz Mähren und richtete im Laufe von zehn Jahren in den meisten davon irreparable Schäden an.

Der einzige zuverlässige Schutz gegen Reblauskatastropen war die Veredelung auf einem resistenten Ableger, daher entstanden Landes- und Staatsrebschulen. Die erneuerten mährischen Weinberge erlangten nach und nach ihre ursprüngliche Fläche. Heute kommen im Weinbau modernste technologische Verfahren zum Einsatz. Der Schwerpunkt liegt auf der Produktion von Qualitätsweinen, insbesondere von Prädikatsweinen. Diese werden in eher kleineren Mengen, aber dafür in einer bunten Sortenpalette und hoher Qualität hergestellt, der vor allem Weißweine ihre Spitzenposition in der Weltrangliste verdanken

Fakten

Das Weinbaugebiet Mähren umfasst ca. 96 % der Fläche registrierter Weinberge in der Tschechischen Republik. Die Weinbergfläche beträgt insgesamt 18 500 h. Im Jahresdurchschnitt liegen die Temperaturen bei 9,42°C, die Niederschläge bei 510 mm und die Sonne scheint hier durchschnittlich 2 244 Stunden im Jahr. Das Weinbaugebiet Mähren setzt sich aus insgesamt vier Weinbauuntergebieten zusammen: Znojemsko, Mikulovsko, Velkopavlovicko und die Mährische Slowakei. Unter den Weißweinen werden am meisten folgende Sorten gezüchtet: Müller Thurgau 11 %, Grüner Veltliner 11 %, Welschriesling 8,4 %. Zu den meist verbreiteten Rotweinsorten zählen: Saint Laurent 9 %, Frankenwein 7 %, Blauer Burgunder 4 %. Sortenspektrum der Weinberge »»


Das Weinbaugebiet Mähren setzt sich aus vier Weinunterbaugebieten zusammen.

Weinbauuntergebiet Znojemsko
Rebfläche: 3 500 ha
Weinbaugemeinden: 91
Weinbaufluren: 224
Ein Synonym für Znojemsko ist vor allem der Grüne Veltliner. Hier gedeihen besonders die aromatischen Sorten Müller Thurgau, Sauvignon, Rheinriesling und Pálava. Die Umgebung von Dolní Kounice ist bekannt für ihre Rotweine, v. a. für ihren Frankenwein und Saint Laurent. Was sollte man im westlichsten Weinbauntergebiet Mährens gesehen haben? Zum Beispiel den Weinberg Šobes, der sich an einen Mäander der Thaya schmiegt. Eine der besten Weinbaulagen Europas liegt im Nationalpark Thaytal/Podyjí. Auch die Stadt Znojmo mit seinem 30 km langen unterirdischen System von Gängen ehemaliger Weinkeller in Bürgerhäusern ist einen Besuch wert. Ebenfalls sehenswert sind die weitreichenden Kellereien im Kloster Louka oder auch die romantische Klosterruine im gotischen Stil Rosa coeli in Dolní Kounice. In der Umgebung dieser im Tal des Flusses Igel (Jihlava) gelegenen Stadt werden im Gegensatz zum übrigen Znojemsko nur Rotweinsorten gezüchtet, vor allen Dingen Frankenwein. »»


Weinbauntergebiet Mikulovsko
Rebfläche: 4 750 ha
Weinbaugemeinden: 30
Weinbaufluren: 182
In der Umgebung von Pálava werden Welschriesling, Weißer Burgunder und Chardonnay gezüchtet. Zudem gedeihen hier die Sorten Müller Thurgau, Neuburger und Grüner Silvaner. In der Veredelungsstation in Perná ist die aromatische Sorte Pálava entstanden.
Das Weinbauuntergebiet Mikulovsko bietet ein reiches Mosaik an Naturschönheit. Landschaftsdominante ist bereits aus der Ferne das Kalksteinmassiv Pálava, ein Gebiet, das berühmt ist für seinen Weinbau. Zu den bekanntesten Sorten gehören der Welschriesling und die Sorte Pálava, die in der Gemeinde Perná am Fuße des gleichnamigen Massivs entstanden ist. Ein Naturjuwel ist das Areal von Lednice (Eisgrub)-Valtice (Feldsberg) mit einer Reihe von Denkmälern, das es als größte Kulturlandschaft weltweit auf die Liste für Weltkultur- und Naturerbe der UNESCO geschafft hat. Bei einem Besuch von Mikulovsko empfehlen wir einen Besuch der Weinbauausstellung mit einem einzigartigen, riesigen Fass auf dem Schloss in Mikulov sowie der Ausstellung des Weinsalons der Tschechischen Republik in Valtice. »»


Weinbauntergebiet Velkopavlovicko
Rebfläche: 5 200 ha
Weinbaugemeinden: 91
Weinbaufluren: 319
Velkopavlovicko ist das Herz der Produktion mährischer Rotweine, insbesondere des Blauen Portugiesers und Frankenweins. Die Weißweine repräsentieren Grüner Veltliner, Ruländer und vor allem die aromatischen Sorten Roter Traminer, Pálava, Mährischer Muskat und Müller Thurgau. Das Weinbauuntergebiet Velkopavlovicko liegt im zentralen Teil des Weinbaugebietes Mähren. Dieses Weinbauntergebiet hat sich einen Namen wegen seiner unverwechselbaren körperreichen Rotweine gemacht. Bei Ihren Streifzügen durch diese Weinbauregion sollten Sie sich nicht eine Besichtigung der weitreichenden Kellereien in Čejkovice entgehen lassen, die im Laufe des 13. Jahrhunderts vom Orden der Tempelritter erbaut wurden, ebenso wenig die Weinbauaustellung im Keller des Renaissancehauses U Synků in Hustopeče oder die malerischen Weinkeller Pod Strážním kopcem in Vrbice. Wenn Sie außer Wein auch Sinn für exzentrischen Humor haben, vergessen Sie nicht der Freien Bundesrepublik Kraví hora in Bořetice einen Besuch abzustatten. »»


Weinbauntergebiet Slovácko (Mährische Slowakei)
Rebfläche: 5 000 ha
Weinbaugemeinden: 115
Weinbaufluren: 406
Hier gedeihen Rheinriesling, Weißer Burgunder und Ruländer. In der Veredelungsstation Polešovice ist die Sorte Mährischer Muskat entstanden. Die Rotweinsorten werden am meisten von Frankenwein, Zweigeltrebe sowie der neuen mährischen Sorte Cabernet Moravia vertreten. Das Weinbauuntergebiet Mährische Slowakei ist das östlichste Weinbauuntergebiet Mährens. Die Palette der hiesigen Weine ist ähnlich bunt wie Folklore, Volkslieder, Trachten, Tänze und Handwerk der Mährischen Slowakei. Im Freilichtmuseum in Strážnice können Sie einen einmaligen Komplex an Weinbauwerken entdecken, in Mutěnice wiederum unzählige Weinkeller, deren Fassaden Volksmalereien mit bunten mährisch-slowakischen Ornamenten schmücken. Unvergesslich ist eine Besichtigung der historischen Keller in Petrov-Plže oder Stará hora in Blatnice pod svatým Antonínkem. In Uherské Hradiště empfehlen wir die Weinkeller Mařatické sklepy. »»


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