
Das Weinbauuntergebiet Mělnicko ist eines von zwei Weinbauuntergebieten des
Weinbaugebietes BÖHMEN. Hierzu gehören die Weinberge von Mělnicko, Roudnicko,
Prag und Čáslavsko, die meist auf Böden mit einer Kalksohle oder auf Anschwemmungen von Schottersand liegen.
Die Weinberge von Mělnicko liegen meist auf einem kalkhaltigen Untergrund aus Mergelschichten, der stellenweise mit Anschwemmungen aus Lehm und Sand bedeckt ist. Die relativ leichten, warmen Böden bieten ausgezeichnete Bedingungen für den Anbau blauer Sorten. Dies erkannten Winzer bereits im Mittelalter und legten daher den Schwerpunkt auf den Anbau der aus Burgund stammenden Sorte Rulandské modré, die zusammen mit burgundischen Winzerfamilien nach Böhmen gelangte, welche der hiesigen Bevölkerung den Rebenanbau nach burgundischer Art beibrachten. Erst im 19. Jahrhundert tauchte in den böhmischen Weinbergen Ryzlink Rýnský und von den blauen Sorten Modrý Portugal und Svatovavřinecké auf. Vor allem im 15. und 16. Jahrhundert machten sich die köstlichen Rotweine des Mělnicko einen Namen, so Pavel Stránský im Jahre 1633, und wurden in großen Mengen auf dem Prager Markt feilgeboten. Auch im Roudnicko wurden überwiegend Rotweine angebaut. Auf den schweren, lehmhaltigen Böden spielten stets aus Sylvánské zelené bereitete Weine eine wichtige Rolle. In Prag sind einige Weinberge an traditionsreichen Lagen in Troja erhalten, südlich von Prag in Karlštějn, wo es eine Weinbauforschungsstation gibt, die sich mit der Aufbewahrung und dem Studium des Genofonds der Weinrebe beschäftigt. Die meisten Rebflächen in diesem Weinbauuntergebiet sind mit der Sorte Müller Thurgau beflanzt.
Autor: Vilém Kraus
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