
Das Weinbauuntergebiet Slovácko (Mährische Slowakei) ist eines von vier Untergebieten des Weinbaugebietes
MÄHREN. Slovácko liegt im Südosten Mährens und weist vielfältige natürliche Bedingungen auf. Im Süden vom Slovácko liegt die Landschaft Podluží. Die meisten Weinbaugemeinden liegen in der Muldenlinie der March, wo abkühlende Winde aus Nordost wehen. Günstige Standorte für Weinberge gibt es an den Hängen des Geländebruches oberhalb des kleinen Flusses Kyjovka oder auf höher gelegenen ebenen Grundstücken mit leichtem Boden. Der geringen Meereshöhe und dem leichten Boden sind intensivere Temperaturen im Sommer zu verdanken, so dass Weine mit einem ausdrucksstarken Sortencharakter erzielt werden
Insbesondere gedeihen hier Ryzlink Rýnský, Rulandské bílé und Rulandské šedé, von den Rotweinen Frankovka und Zweigeltrebe sowie die neue, in der Gemeinde Moravská Nová Ves gezüchtete blaue Sorte Cabernet Moravia. Nördlich von Podluží findet man ein gegliedertes und hügeliges Terrain mit höher gelegenen Weinbergen, die zur Reifezeit der Trauben nicht mehr so stark von warmen, südlichen Strömungen beeinflusst werden. Dank der Säuren, aber auch der Aromastoffe, die zu Reifebeginn der Beeren entstehen und darin im lokalem Mikroklima längere Zeit gespeichert werden, haben die Weine zwar einen vollmundigen, aber jungen Charakter. Hier gibt es zwei herausragende Weinbauzentren - Mutìnice mit seiner Weinbauforschungsstation und Èejkovice mit seiner gotischen Festung und weitreichenden Kellerräumen, die im Jahre 1232 von den Tempelrittern gegründet wurden. Das Sortiment an Sorten ist sehr reich. Es werden nicht nur die üblichen Weißweinsorten angebaut, sondern auch große Flächen blauer Sorten, die in einigen Jahrgängen rote Weine mit recht spritzigem Charakter liefern. Weitere bedeutende Weinbaugemeinden sind Hovorany, Èejè, Šardice und Terezín. Den nördlichen Rand vom Slovácko bilden im Westen die für den Weinbau geeigneten Hänge des Hügellandes Ždánický les mit den Gemeinden Ždánice, Archlebov und Žarošice. Die dünn in der Landschaft gesäten Weinberge nehmen dann um Kyjov, Moštìnice, Vážany und vor allen Dingen um Polešovice etwas zu, wo in der dortigen Zuchtstation die Sorte Muškát Moravský und einige Tafelsorten entstanden sind. Eine nördliche Insel vom Slovácko bildet Uherskohradiš�sko, wo vor allem in Boršice bei Buchlovice Weinberge größere Flächen bilden. Solchen Weinbergen begegnet man in einer ganzen Reihe von Gemeinden bis Napajedly. Sie sind auf größerer Meereshöhe in der Landschaft verstreut und nutzen den Südhang des hügeligen Terrains. Hier gedeihen vor allem Ryzlink Rýnský, Rulandské bílé, Muškát Moravský und die Sorte Müller Thurgau. Im mittleren Teil des nördlichen Randes des Gebietes, aber etwas weiter südlich gelegen ist Bzenec, eine Stadt mit einer langen Weinbaugeschichte. In Bzenec entstand einst eine der ersten Weinbaugenossenschaften, die vor allem durch den aus Ryzlink rýnský bereiteten Wein allgemein bekannt wurde, der Bzenecká lipka genannt wurde. Der östlichste Teil vom Slovácko liegt im Vorgebirge der Weißen Karpaten. Der Unterschied dieser Weinbaufluren zu den übrigen Weinbauuntergebieten Mährens besteht darin, dass hier viele Weinberge auf schweren Böden angepflanzt wurden, die aus ursprünglichem Lehm entstanden sind. Dies sind wasserhaltende Böden, in denen die Rebe auch in trockenen Sommern Nährstoffe findet. Dies verleiht den Weinen das Gefühl eines höheren Extraktgehalts und geschmacklicher Fülle. Solche Bedingungen eignen sich für alle Burgundersorten sowie Sylvánské zelené. Dort, wo der Boden steinig ist und Wärme absorbiert, wachsen ausgezeichnete Weine aus Ryzlink Rýnský. In Blatnice unter dem Hl. Antonínek ist der Markenwein Blatnický roháè aus einer Verbindung von Weinen der Sorten Ryzlink Rýnský, Rulandské bílé und Sylvánské zelené hervorgegangen. In der Nähe von Blatnice gibt es weitreichende Weinberge in der Gemeinde Lipov. Verwaltungszentrum des Kreises war seit jeher Strážnice, welches Petr z Kravaø im Jahre 1417 zum Berggericht erhoben hat. Auch Strážnice, ähnlich wie Blatnice, hat eine Reihe von ausgezeichneten Weinbaufluren. Diese grenzen an die Weinberge der Gemeinde Petrov, wo unter Denkmalschutz gestellte Weinkeller, sog. Schneckenhäuser, sicherlich einen Abstecher wert sind.
Autor: Vilém Kraus
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